Kurzdarstellung

BION - Biodiversitätsnetzwerk Bonn

In und um Bonn findet sich eine einzigartige Konzentration von lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Akteuren im Bereich der Erforschung und Erhaltung von Biodiversität. Dies umfasst mehrere so unterschiedliche Einrichtungen wie internationale Organisationen (z. B. UNU, UNCCD), etwa 15 relevante Universitätsinstitute und -einrichtungen, mehrere Bundesministerien (z. B. BMUB, BMZ, BMEL) und nachgeordnete Behörden (BfN, BLE), darüber hinaus zahlreiche weitere, wichtige Akteure ganz unterschiedlicher Couleur, wie z. B. die Alexander von Humboldt-Stiftung, die DFG, den DAAD, die Stadt Bonn und ihre Netzwerke. Die Institutionen zeichnen sich durch ihre Einzigartigkeit, Spezialisierung und Exzellenz aus und weisen komplementäre Profile über die gesamte Bandbreite der Thematik „Biodiversität“ auf. Gerade die Ansiedlung des IPBES-Sekretariats sowie des Global Crop Diversity Trust (GCDT) in der jüngsten Vergangenheit hat die internationale Komponente erweitert. BION hat das Ziel, Synergien zwischen diesen Institutionen und Einrichtungen zu fördern. Durch den Prozess einer multidisziplinären, dynamischen und gezielten Vernetzung („Networking“) beschäftigt BION sich mit Fragen zur Biodiversität auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene.

BION wird auf bereits bestehenden Aktivitäten, Erfahrungen und Kooperationen im Bereich Biodiversität aufbauen und mit relevanten Einrichtungen und Vorhaben kooperieren (e.g. BioFrankfurt, DIVERSITAS und das Netzwerkforum Biodiversität), innovative und modellartige Ansätze fördern und gemeinsam mit seinen Partnern eine „Think Tank“ Funktion aufbauen.

Die lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Arbeitsschwerpunkte von BION sind Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, Bildung und Erziehung, Forschung, Kommunikation, v. a. mit und durch die Medien, ökonomische Aspekte der Biodiversität, nachhaltige Entwicklung und Biodiversität und die „politische Dimension“ (Science-Policy Interface) der Biodiversität. Dabei wird sich BION insbesondere auf die folgenden Themenbereiche konzentrieren:

  • Bewusstseinsbildung in allen Schichten der Gesellschaft
  • Bildung und Erziehung auf allen Ebenen des Bildungssystems, mit einem speziellen Bezug zur Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung (DESD, 2005-2014)
  • Der Forschung und Lehre in unterschiedlichen Bereichen der Biodiversität (v.a. durch die Beteiligung der Universität Bonn, des Museums Koenig, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und durch den DAAD, die UNU und andere Partner vorgesehen)
  • Kommunikation zur Biodiversität, insbesondere durch enge Zusammenarbeit mit den Medien
  • Der Relation zwischen Biodiversität und nachhaltiger Entwicklung (Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn; Internationales Zentrum für nachhaltige Entwicklung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg)
  • Dem Bezug zwischen Biodiversität und Ökosystemleistungen (e.g. TEEB-Studie)
  • Einer engen Anbindung von BION an die Entscheidungsträger in Deutschland (Kooperation mit den Ministerien, dem BfN und dem BLE)

Die Zusammensetzung des Partner-Netzwerks von BION nach gegenwärtigem Stand sehen Sie hier.

Inhaltliche Zielsetzung. Zentrales Ziel ist die öffentlichkeitswirksame Durchführung eines internationalen Fachkongress in Bonn mit den Partnern des BION-Netzwerks. Die vielfältigen Partner sollen im Rahmen eines internationalen BION-Fachkongresses zusammengeführt werden - die in BION vertretene Fachkompetenz und Erfahrung kann neue Wege zur Lösung der vielfältigen mit Biodiversität zusammenhängenden Fragen und Probleme aufzeigen. Den Kern des BION-Netzwerks stellt die Universität Bonn mit ihren relevanten Institutionen und Arbeitsgruppen, welche die gesamte Bandbreite der natur- wie geisteswissenschaftlichen Forschung zu Biologischer Vielfalt, ihrer Nachhaltigen Nutzung und dem globalen Umweltwandel umfasst. Der BION-Kongress soll eine Plattform für die konstruktive Interaktion der unterschiedlichen regionalen, nationalen und internationalen Akteure im Themenbereich Biologische Vielfalt mit Bezug auf Bonn schaffen. Zum Zweiten soll er den wissenschaftlichen Austauschprozess gestalten, in dem der eigentliche Mehrwert einer solchen Plattform liegt: Erst die systematische Verknüpfung von biologischem Wissen mit soziologischen, kulturwissenschaftlichen, ethisch-normativen und juristischen Perspektiven erlaubt eine genauere Diagnose der komplexen Entwicklungszusammenhänge, aus der sich dann auch wieder politische Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt ableiten ließen. Der internationale Fachkongress soll das weithin sichtbare Produkt dieser Plattform und der hier praktizierten wissenschaftlichen Vernetzungspotentiale sein.

Der Kongress zielt ab auf eine

  • Bündelung der wissenschaftliche Expertise auf ausgewählten Gebieten der sogenannten ‚grand challenges’ in enger Vernetzung mit den in der Bonner Region vorhandenen Wissenschafts-, Wissenschaftsförderungs- und Entwicklungsforschungsinstitutionen, den Ministerien und oberen Regierungsbehörden, den UN-Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs),
  • Service-Funktion im Sinne einer Informations-Drehscheibe u. a. als Wissenschafts-Politik-Schnittstelle, zur Vermittlung von Experten etc. In dieser Funktion soll auch die Einbindung der BION-Partner in Internationale Prozesse wie IPBES oder auch nationale Netzwerke wie z. B. DIVERSITAS Deutschland gefördert werden,
  • Exemplarische Optimierung der Interaktion zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik durch Anstoßen konkreter Beiträge (1) als exemplarische Initiative zur IPBES (2) zur Einbindung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) in den internationalen Kontext, (3) im Kontext der neuen, durch COP 10 in Nagoya geprägten strategischen Ausrichtung des Übereinkommens zur Biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity; CBD),
  • Formulierung konkreter Kollaborationsprojekte zwischen den Partnern.

Im Rahmen der Kongressvorbereitung und –durchführung soll das Netzwerk im engen Austauschprozess der unterschiedlichen Akteure klare Aufgabenfelder und Arbeitsformen sowie passende Kommunikationsstrategien entwickeln. Bis jetzt wurden insgesamt 9 Arbeitsgruppen konstituiert. Sechs davon werden sich mit den oben identifizierten Themenkomplexen auseinandersetzen. Darüber hinaus werden zwei Arbeitsgruppen thematisch an Querschnittsthemen ausgerichtet, die die einzelnen Arbeitsgruppen untereinander systematisch in Dialog bringen (Capacity Building und Interdisziplinäre Ansätze). Die neunte Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Die AGs sind folgende (AG-Koordination):

  1. Grundlagen der Biodiversitätsforschung (Taxonomie und Evolution - ZFMK)

  2. Monitoring, Assessment und Vorhersage- Biodiversität in Raum und Zeit (Geographisches Institut)

  3. Biodiversität und Nachhaltige Entwicklung (ZEF)

  4. Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft (BLE)

  5. Ethische Aspekte der Biodiversität (IfW, DRZE)

  6. Gesellschaftlicher (sozialer, kultureller, politischer, juristischer) Impact (Forum Internationale Wissenschaft)
    Übergeordnete Arbeitsgruppen

  7. Capacity Building (GIZ)

  8. Interdisziplinäre Ansätze (DRZE)
    Prozessbegleitende Arbeitsgruppe

  9. Kommunikation und Bewusstseinsbildung (Stadt Bonn)

Über inhaltliche Fortschritte und die erhöhte Sichtbarkeit der biodiversitätsrelevanten Institutionen in Bonn hinaus könnte die erfolgreiche Durchführung des Kongresses auch den Weg für eine engere mittelfristige Zusammenarbeit ebnen – alleine schon durch eine verbesserte Kenntnis der verschiedenen Institutionen von- und übereinander. Im Rahmen der Kongressnachbereitung sollen auch Wege zum Ausbau des Netzwerks BION als eine längerfristige Plattform für die Zusammenarbeit zwischen (möglichst vielen) der Partnerorganisationen gesucht werden.

Der Fachkongress ist auch als eine wichtige Initiative im Kontext des IPBES-Prozesses zu sehen. Einige der Partner sind auf die eine oder andere Weise (z. B. als UN-Organisationen) bereits direkt oder (als „stakeholder“) indirekt in den IPBES-Prozess involviert, allerdings wäre hier eine Bündelung oder Abstimmung der Aktivitäten denkbar. Damit soll BION auch zum IPBES-Prozess in Deutschland, z. B. als Ansprechpartner, beitragen.

Insgesamt sind folgende, konkrete „Produkte“ von BION vorgesehen:

  • Internationaler interdisziplinärer Fachkongress über alle Aspekte der Biodiversität, ausgehend von den spezifisch im Netzwerk vorhandenen Kernkompetenzen. Greifbare Resultate werden eine Kongress-Deklaration, sowie ein Kongressbericht sein;
  • Vorbereitende und begleitende Workshops u. A. zu „Internationalen Perspektiven“ und „Interdisziplinären Ansätzen“;
  • Informationsbroschüre BION (Biodiversitätsforum und Netzwerk Bonn) ;
  • Übersicht über die relevanten Partner, Projekte, Kompetenzen und Aktivitäten der BION-Partner im Hinblick auf eine stärkere Vernetzung beispielsweise im IPBES-Umfeld;
  • Entwicklung konkreter Fachprojekte;
  • Öffentlichkeitsarbeit: die Arbeit von BION wird die Sichtbarkeit der beteiligten Institutionen erhöhen und wesentlich zur Bewusstseinsbildung über Biodiversität beitragen.