Elemente für einen „Biodiversitätswertschätzungsindex"

Ein Leben mit einer Vielfalt von anderen Lebewesen wird von sehr vielen Menschen in Deutschland als qualitativ wertvoller angesehen als ein Leben ohne diese Vielfalt. Diese Einschätzungen können durch positive ökonomische, gesundheits- oder freizeitbezogene Erwartungen, aber auch durch ästhetische, kontemplative oder gar altruistische Wertschätzungen begründet sein.

BION AG 8 „Interdisziplinäre Ansätze“

Projekt: Elemente für einen „Biodiversitätswertschätzungsindex“:

Ein Leben mit einer Vielfalt von anderen Lebewesen wird von sehr vielen Menschen in Deutschland als qualitativ wertvoller angesehen als ein Leben ohne diese Vielfalt. Diese Einschätzungen können durch positive ökonomische, gesundheits- oder freizeitbezogene Erwartungen, aber auch durch ästhetische, kontemplative oder gar altruistische Wertschätzungen begründet sein. Welche Werte genau hinter diesen Haltungen stehen, ist jedoch oft recht diffus und erschließt sich meist nur implizit. Gleichzeitig führen auch wissenschaftliche Disziplinen (Biologie, Ökonomie, Geographie, Landwirtschaft, Ethik usf.) bei ihrer jeweiligen Betrachtung der Biodiversität normative Hintergrundannahmen implizit mit. Denn der Begriff der Biodiversität transportiert bereits selbst hybride Elemente aus wissenschaftlichen Beschreibungen und normativen Erwartungen.

Im Projekt wird untersucht, wie diese Hintergrundannahmen und Haltungen seitens der verschiedenen Disziplinen eingeschätzt werden und ob sich diese explizierten Ergebnisse verwenden lassen, konstitutive Elementen zu erarbeiten für eine interdisziplinären Kriteriologie zur Etablierung eines „Biodiversitätswertschätzungsindex“. Hierzu müsste es gelingen, unterschiedliche Wertschätzungsstrategien zusammenzubringen. Ein solcher Index soll ganz praktisch dazu dienen, Lebensqualitätsindizes einer bestimmten Region deutlicher mit Biodiversität als ethisch-ästhetischem Mehrwert zu verbinden. Zur Entwicklung von Wertschätzungsstrategien sollen daher im Projekt neue Transfermodelle zwischen den verschieden wissenschaftlichen Disziplinen einerseits und zwischenWissenschaft und Lebenswelt andererseits erarbeitet und erprobt werden.

Sprecher der Projektgruppe:
PD Dr. Dirk Lanzerath (DRZE)

Mitglieder der Arbeitsgruppe:
Prof. Dr. Dr. Tade Matthias Spranger (Juristisches Seminar und IWE)
Prof. Dr. Wolfgang Wägele (Biologie, ZFMK)
Dr. Michael Blanke (Gartenbau, INRES)
Prof. Dr. Sabine Tröger (Institut für Geographie)
Prof. Dr. Wiltrud Terlau (Ökonomie, H-BRS)
Dr. Luciana Zedda (BIO-diverse)